Geschichte

1950-1970

Da mein Vater in seiner Familie der Jüngste war, musste als er, anders als seine Brüder und Schwestern, nur selten in dem kleinen Café seiner Eltern mithelfen. Er genoss seine Freiheit und liebte es, die Gegenden um sein Heimatdorf zu erkunden. So verschlug es ihn irgendwann nach Sorrento, das etwa 200 km südlich von Rom gelegen ist. Dort lernte er meine Mutter kennen. Die arbeitete, welch ein Zufall, im Café ihres Vaters. Sorrento war damals ein inspirierender Ort für Künstler und zog Gäste aus aller Welt an. Mein Vater kam also nach Sorrento “wie die Kirsche auf die Torte”, wie man in Italien sagt. Er entschloss sich in Sorrento die Kochschule zu besuchen. Allerdings hatte er auch fast keine andere Wahl: der Besuch der Kochschule bedeutete die Aussicht auf eine Anstellung und während der Ausbildung wurde ihm Kost und Logie gewährt.

1970 – 2000

Die Schwangerschaft meiner Mutter bedeutete, dass meine Eltern schnell heiraten mussten. Um seine Familie zu ernähren, musste meine Vater arbeiten wo immer es ihm angeboten wurde. Die meisten Möglichkeiten boten sich in den Restaurants und Hotels von Sorrento. Doch eingestellt wurde nur für die Sommermonate. Für den Rest des Jahres hieß es also wieder zu reisen und die Welt zu entdecken. Während seiner Arbeit als junger Koch auf Frachtern, Kreuzfahrtschiffen und in Restaurants in ganz Europa lernte mein Vater eine Menge.

In den Achtziger und Neunziger Jahren führte er mehrere Restaurants in Sorrento. Mein Bruder und ich mussten viel mithelfen. Was er verdiente steckte er in den Bau seines Hauses in Sorrento. Mein Bruder und ich kehrten der Gastronomie so bald wie möglich den Rücken. Wahrscheinlich waren wir zu früh in dieses Geschäft hineingestoßen worden. Ich erinnere mich noch, wie ich mit sechs Jahren mein erstes Gericht servierte.
Zu schnelles Wachstum, Pech, schlechter Rat, fehlende Motivation und eine mangelhafte Buchführung führten die Familie in eine wirtschaftliche Krise. Im Winter 2001 arbeitete mein Vater in Düsseldorf und ich, 12.000 km entfernt, in den USA.

2000-Heute 

Nach sieben Jahren Arbeit bei einem Lebensmittelunternehmen ging ich für ein Jahr nach San-Francisco, um neue Erfahrungen zu sammeln. Ein Jahr in dem ich mein Englisch verbesserte, etwas über mich lernte und verstand, was meine Familie mir bedeutete. Ich machte Bekanntschaft mit einer anderen Kultur und lernte von ihr. Was ich bei meinem Vater gelernt hatte, half mir, meinen Aufenthalt im Ausland zu finanzieren. Vom Lohn für vier Stunden Arbeit in einem Restaurant konnte man 3 Tage leben.Als ich aus den USA nach Sorrento zurückkehrte, hatte meine Mutter mit meinen Geschwistern begonnen, einige Zimmer an ausländische Studenten zu vermieten. Die Studenten kamen um Italien kennenzulernen, in seine Sprache und Kultur einzutauchen. Meine Mutter war begeistert von der Vielfalt an Farben und Kulturen, die vor ihr vorbeizog. Bald kam die Idee auf, für die Gaststudenten neapolitanische Kochkurse veranstalten. Das Essen wurde gemeinsam gekocht und gemeinsam gegessen.Ohne uns dessen bewusst zu sein, kümmerten wir uns um die Gäste wie um Mitglieder der Familie. Die Studenten lernten so den Alltag einer typischen italienischen Familie kennen und meine Familie, ein kleines Hotel mit Kochschule zu führen. Als mein Vater aus Deutschland und ich aus Amerika zurückkam, wurde aus der Kochschule ein registriertes Unternehmen.Heute, 10 Jahre später, hat die Kochschule Mami Camilla bereits mehrere Tausend Kochschüler und Gäste beherbergt und nun haben ich, meine Lebensgefährtin Helen, ihr Vater und natürlich mein Vater den Traum eines Italienisches Restaurant – Pizzeria . Der Rest der Mami Camilla Geschichte wird von Ihnen geschrieben.

Pizza Berlin    Restaurant & Weinbar   Italienische Restaurants in Berlin